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History

„De Kikvorschen“ wurden 1927 geboren, als der Gemeinderat von ‚s-Hertogenbosch den merkwürdigen Beschluss fasste, beim Karneval das Musizieren auf der Straße zu verbieten; dadurch drohte der Burgundische Straßenkarneval zu verschwinden. Ein für viele Einwohner der Stadt unverständlicher Entschluss, der heftige Proteste hervorrief. Wie bei einigen Leuten aus dem Volksviertel „De Pijp“ die sich berieten auf einen spielerischen Protest, der sowohl dem Ratsbeschluss als auch der Anhänglichkeit an ihre Traditionen entgegenkam.

Am 11. November 1927 entschlossen sich diese humorreichen „Bosschenaren“ in der „Herberge ‚t Pumpke“ unter dem fürsorglichen Auge von Mutter Truus zur Gründung einer Scherzfanfare, mit Neppinstrumenten aus Holz, ausgestattet mit einem Mirliton.

Und……… am Karnevalssonntag 1928, im Sonntagsstaat der Bauern aus der Umgebung, und nachgewinkt von Mutter Truus, machte sich die Scherzfanfare guten Mutes auf den Weg um den Karnevalsprinzen einzuholen. Noch bevor sie „De Pijp“ aber verlassen hatten, wurde die Fanfare von der Polizei gestellt, und ins Polizeipräsidium gebracht wo man, schade für Hermandad, leider feststellen musste, dass hier nicht die Rede war von echter Musik, sodass die Fanfare notgedrungen ihre Freiheit wiederhatte…… „Die Kikvorschen“ waren geboren! Jedoch wurde der Ratsbeschluss 1928 weiter verschärft: man durfte beim Karneval weder mit echten noch mit Neppinstrumenten auf der Straße gehen.

Erfinderisch wie sie waren, beschlossen die Kikvorschen den Prinzen dann auf dem Fahrrad einzuholen, weil im Ratsbeschluss ja nicht die Rede war von einem Fahrverbot. Die komische und spöttische Rebellion gegen die städtische Behörde erreichte sogar die nationale Presse, was die Kikvorschen bestimmt nicht bedauerten. Von da an waren die Kikvorschen mit ihrer Mirlitonmusik und ihren Scherzen und Possen gern gesehene Gäste bis in die weite Umgebung von Oeteldonk. Es waren die Entschlossenheit und der spielerische Protest, wie auch ihre komische Ausstrahlung, die dazu führten dass 1930 Seine Königliche Hoheit Prinz Amadeiro XVI. die Kikvoschen fürs Leben ernannte zur Hofkapelle der Dynastie der Amadeiros, Prinzen von „Oeteldonk“.

In den vierziger Jahren wurde die Mirlitonkapelle erweitert mit echten Blechbläsern und wurde aus der Scherzkapelle ein echtes Blasorchester.

Wer sind die „Kikvorschen“?

Komische Folkloristische Fanfare De Kikvorschen ist der offizielle Name, aber meistens spricht man kurz von den Kikvorschen. Sie wurde 1930 gegründet.

Komisch wegen der vielen Spaßmomente mit einander, aber wohl auch aus der Tatsache dass wir bei unseren Auftritten vielen Leuten ein musikalisches Vergnügen bereiten. Es gibt viele Beispiele des typischen Kikvorschenhumors, die übrigens nicht von jedem auf Anhieb verstanden werden…..

Folkloristisch wegen der traditionellen Anzüge, die wir tragen. Diese stammen aus der Periode um 1900; sie wurden am Sonntag von den Bauern in der Meierij van ‚s-Hertogenbosch getragen. Unsere Kikvorschfrauen, die übrigens kein Mitglied der Fanfare sein dürfen, tragen auch die traditionelle Kleidung dieser Zeit, komplett mit dem gestärkten, schneeweißen Poffer (Mütze)!

Fanfare weist hin auf die Orchesterbesetzung. Holz- und Blechbläser gehören seit der Gründung im Jahre 1927 zur Standardbesetzung. Daneben gibt es seit 1928 die selbstgefertigten Holzinstrumente mit Mirliton. Das macht die Fanfare zur ältesten Mirlitonkapelle in der Benelux!

Kikvorschen als Name der Kapelle verweist auf die enge Verbindung mit dem einzigartigen Karnevalsreich, das seinen Anfang hatte im Jahre 1822: „Oeteldonk“. Oetel ist eine Bezeichnung für die vielen Frösche, die in der damals feuchten Umgebung der Stadt lebten, ein Donk ist eine in diesem Gebiet gelegene, sandige Anhöhe. Durch ihren musikalischen und vor allem humoristischen Beitrag  darf die Fanfare sich seit 1929 sogar „Hofkapelle der Amadeiros“ nennen. Ernannt fürs Leben erledigt die Kapelle rund um den 11.November und während der Karnevalstage mit Begeisterung ihre musikalische Aufgabe für den Prinzen von Oeteldonk und die Oeteldonker.

Was machen die „Kikvorschen“?

Musik natürlich, mit einander und mit sehr viel Begeisterung. Der Sound der Kikvorschen ist wegen der gleichbleibenden Besetzung immer noch einzigartig. Sie spielen während des Karnevals die Nummern von vielen bekannten Oeteldonker Komponisten; sonst stehen auch Nummern von bekannten niederländischen und internationalen Komponisten auf dem Programm. Ausgangspunkt ist einzig und allein die Gemütlichkeit unter einander und mit den Leuten, bei denen wir Gast sind.

Originelle Bauerntänze aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stehen immer auf dem Festprogramm. Bei vielen Auftritten tanzen die Kikvorschen mit ihren Frauen die traditionellen Tänze die in dieser Zeit bei Feiern im guten Brabanter Land üblich waren. Echte Folklore!

Branntwein ist das Lieblingsgetränk eines Mitglieds der Kikvorschen. Wenn ein neuer Musiker Mitglied der Fanfare wird, schwört er das Wasser ab. Bei diesem „Köpke waschen“ singen alle Musiker das Kikvorschenlied, und schwört der Neuling für immer und ewig das Wassert ab. Neben dem Branntwein ist aber auch das in der Brabanter Hauptstadt für den Export gebraute Heineken Bier ein beliebtes, viel getrunkenes Getränk.

Traditionen, und vor allem sehr bemerkenswerte, sind unentbehrlich für die Kikvorschen. So gibt es keine weiblichen Musiker. Die Kikvorschfrauen sind aber bei vielen Auftritten dabei. Sehr sonderbar ist weiter auch die Tatsache, dass der Dirigent keine Note lesen kann, und dass die Kapelle höchstens 28 spielende Musiker hat. Letztes hat als Grund, dass mit einer Flasche Branntwein maximal 28 Gläschen gefüllt werden können. Auch treten die Kikvorschen ausschließlich in ihren traditionellen Anzügen auf. Besondere Personen werden von den Kikvorschen mit dem Kikvorschenhalstuch ausgezeichnet und sind damit Mitglied des Clubs der Halstuchträger.

Reisen

Reisen steckt einem Kikvorsch im Blut. Die Kikvorschen bewegen sich, wie unsere Namensgeber die Frösche, über die ganze Erdkugel. So waren sie zum Beispiel schon in Deutschland, Frankreich, Irland und Israel. Aber auch eine Reise über den großen Teich ist kein Problem. Canada wurde schon besucht, und 2006 traten sie einige Male in China auf. Überall fühlt sich ein Kikvorsch heimisch, und hinterlässt daheim oder in der Ferne  eine Visitenkarte seiner Kultur und des typischen Brabanter Humors aus ‚s-Hertogenbosch.

Eine kleine Auswahl aus den vielen nationalen und internationalen Auftreten:

  • 2013 Einige Auftritte in Hotel “der Brabander” in Winterberg
  • 2012 Heineken Regatta St. Maarten
  • 2010 Wereld Expo Shanghai
  • regelmäßige Auftritte in Hagenau und Saumur und verschiedene Weinfeste
  • September 2006: verschiedene Aufführungen in China
  • Konzert mit Duke Ellington im Kurhaus in Scheveningen
  • Konzert mit den Brabanter Philharmonikern
  • Konzert beim Start und Prolog der Tour de France
  • Mehrere Auftritte beim Königshaus
  • Auftreten in der Berliner Woche
  • Konzert beim 2000-jährigen Bestehen der Stadt Paris
  • Spontaner Konzert am Arc de Triomphe in Paris
  • Auftreten beim Blumenkorso in San Remo
  • Einige Auftritte am St.Patricksday in Irland
  • 11-tägige Gastspielreise durch Canada
  • Reise durch Israel mit u.a einem Konzert in Tel Aviv vor 60.000 Besuchern

Karneval

Die Kikvorschen und der Oeteldonker Karneval

Schon seit 1930, als Seine Königliche Hoheit Prinz Amadeiro XVI. die Kikvorschen ernannte zu seiner Hofkapelle, spielt die Fanfare eine wichtige protokollarische Rolle im jährlichen Oeteldonker Karneval. Während sechs aufeinanderfolgender Tage steht die Fanfare, unter der Leitung des Hofdirigenten, bereit, die Hoheit zu den Oeteldonker Festivitäten und offiziellen Empfängen zu begleiten.

Einige Höhepunkte aus diesem vollen Karnevalsprogramm sind zweifelsohne der offizielle Empfang und feierlicher Einzug Seiner Königlichen Hoheit am Karnevalssonntag, bei dem die Kikvorschen das feierliche Oeteldonker Volkslied zu Gehör bringen.

Danach findet die Enthüllung von Boer Knilles auf dem Markt statt, wonach die Kikvorschen anwesend sind beim Offenen Hof, wo die Hoheit seine Thronrede ausspricht. Am Montag begleiten wir dann den Karnevalsprinzen während des vierstündigen Karnevalszuges.

Am Karnevalsdienstag gibt es dann noch den Empfang des Prinzen Amadeiro in der Hofbauerei. Anschließend begleiten wir ihn zum Kinderkarnevalszug und Besuch der Hoheit an die Prinsemarij. Am Dienstagabend empfangen die Kikvorschen den Prinzen Amadeiro in ihrem Vereinslokal, wo sich die Hoheit von seiner Hofkapelle verabschiedet.

Auch nach dem Karneval sind die Kikvorschen noch einige Male im Jahr aktiv für den Oeteldonker Club und begleiten sie den Ministerrat zu allerhand Festivitäten in und auch außerhalb von Oeteldonk.